Die Kinder können sich und ihre Umwelt im immer wiederkehrenden Tages-, Wochen- und
Jahreslauf intensiv erleben.
Sie können in Ruhe und Gelassenheit versuchen, testen, begreifen oder ausprobieren und so
ihre Erfahrungen sammeln. Dazu dürfen sie alle Gegenstände, die sie im Raum finden können
und zusätzlich viel Spielmaterial aus der Natur (z.B. Rinden, Zapfen, Holzklötze), sowie
Sandsäckchen, Tücher und möglichst wenig ausgestaltetes Spielmaterial verwenden
Die Erzieherinnen verhalten sich so, dass das Kind durch das Tun der Erwachsenen angeregt
wird zum Selber-Tun, Auch-Tun-Wollen. Daraus entsteht ein selbstbewusstes Verhalten,
denn die Kinder tun nicht das, was jemand von ihnen will, sondern das, was aus Kindersicht
einen Sinn hat. In der Akzeptanz seines Tuns erlebt das Kind eine bedingungslose Liebe. Es
darf sein, wie es ist. Den Gefühlen, Wünschen und Entscheidungen des Kindes wird mit
Respekt begegnet. So entsteht Achtung und Aufmerksamkeit für die anderen Menschen und
ein hoher Selbstwert. Letztendlich wird dadurch die Grundlage für soziale Reife und soziale
Kompetenz gelegt. Mit Kindern singen, laufen, ihre Bewegungen aufgreifen, dazu Reime und
Lieder finden – so entsteht Freude, Heiterkeit, Erfrischung. Die Entwicklung des Kindes
fördernde Sinneseindrücke werden durch künstlerische Betätigung wie Malen mit
Aquarellfarben, Kneten mit Bienenwachs und die Eurythmie vermittelt.
Ordnung, immer in der gleichen Art und zur selben Zeit gepflegt, ist besonders für die
jüngeren Kinder ungeheuer wichtig. Sie können sich im Raum besser orientieren und
bekommen innere Sicherheit. Zur Ordnung gehört mehr als das Aufräumen. Rhythmus und
Wiederholung sind ebenfalls gleichberechtigte Bestandteile von Ordnung. So wird der
Tageslauf und auch der Jahreslauf in der immer gleichen Gestaltung g
elebt. Wenn die Kinder
sich einmal an diese sich wiederholenden Ereignisse gewöhnt haben, kann man neben
wachsender Sicherheit auch eine große Freude beim alljährlichen Wiedererkennen von
bekannten Lieder, Sprüchen Spielen etc. bemerken, alles in allem ein sehr heilsamer und
ausgleichender Aspekt, der heutzutage oft durch ein Überangebot an spontanen Aktivitäten in
Vergessenheit geraten ist.
Die Entscheidung für den Waldorfkindergarten bedeutet für die Eltern die Bereitschaft, den
Kindergarten sowohl wirtschaftlich als auch inhaltlich mitzutragen.